Karriereplanung

Akademische Karriere
Prof. Dr. med. Bruno Vogt

Zweifellos ist Ihr Hauptinteresse momentan das Bestehen des Staatsexamens. Was nachher kommt ist weit weg. Täuschung: Die Zukunft holt Sie ein. Die Weiterbildung nach dem Staatsexamen ist so vielfältig wie die Studienmöglichkeiten nach der Matura. Die Funktionen, die daraus resultieren, führen zu beruflichen Aktivitäten, die letztlich weit auseinanderdriften. 

Die Ausbildungszeit nach dem Staatsexamen ist lange, so dass die eingeschlagene Spur, wenn es nicht die richtige sein sollte, zu einem späten Ankommen am Ziel führt. In gewissen Situationen kann ein Ziel gar nicht mehr erreicht werden, weil die Kreativität, die Lernfähigkeit und die flexible Lebensgestaltung als Funktion des Alters abnehmen.

Wer eine akademische Karriere anstrebt, muss deshalb nach dem Staatsexamen anderes eingespurt werden als jemand, der eine Praxis eröffnen will, eine leitende Arztstelle in einem peripheren Spital anstrebt oder lediglich transitorisch forschen will um Titel zu erlangen, damit er als Chefarzt in einem Kantons- oder Regionalspital wählbar ist.

Die Ausbildung für die akademische Medizin beinhaltet selbstverständlich erstklassige Patientenbetreuung. Ohne diese ist akademische Medizin eine Farce. Daneben hat die akademische Medizin den Auftrag das Fachgebiet weiterzuentwickeln. Die Forschungsausbildung ist langwierig und muss vor dem Staatsexamen oder spätestens nach dem Examen beginnen. Damit die Denkart des investigativen Mediziners sich entwickelt, ist die kontinuierliche Interaktion mit Medizinern, denen dauernd die Verbesserung der momentanen Spitzenleistung in einem Bereich vor Augen schwebt, eine Notwendigkeit. Nach meiner Erfahrung werden nur diejenigen Leute gut in der Forschung, die sich mehrere Jahre vollamtlich damit befasst haben inkl. einem mehrjährigen Aufenthalt an einer ausländischen Institution. Entscheidend dabei ist nicht die Anzahl Publikationen, die jemand als technischer Hilfsarbeiter bei einem Nobelpreisträger absolviert hat, sondern die Tatsache, dass er ein Forschungsinstrument beherrscht, mit dem er oder sie versuchen kann, einen minimalen Teilbereich seines Fachs weiter zu entwickeln.

Für eine akademische Karriere braucht es auch Ausbildung bezüglich Lehre. Deshalb ist es sinnvoll an einer Institution zu arbeiten, an der dauernd Studenten, Assistenten und andere Berufsgattungen ausgebildet werden.

Was es für eine akademische Karriere neben Flexibilität und Durchhaltewillen braucht, ist die Bereitschaft auf Einkommen zu verzichten; denn die Ausbildung dauert länger und ist mit niedrigen Stipendien und Auslandaufenthalt verbunden. Aus diesem Grund ist eine gewisse Selbstbeschränkung indiziert.

Wer sich nach all dem Gehörten immer noch für eine akademische Karriere interessiert, ist wirklich an der Weiterentwicklung des Fachgebietes, der Lehre und erstklassiger Patientenbetreuung interessiert. Den beraten meine leitenden Ärzte und ich gerne bezüglich eines zielstrebigen Curriculums. Mehr als ein halbes Dutzend MD's und PhD's haben sich in den letzten Jahren in meiner Institution habilitiert. Alle haben etwas gemeinsam: sie begannen ihre Ausbildung nach dem Studium direkt an einer universitären Institution. Aus dieser Erfahrung suche ich Studenten für den akademischen Nachwuchs, die das enorm interessante und erfüllende Ziel frühzeitig anstreben.

Für weitere Informationen melden Sie sich bei meiner Sekretärin, Frau M. Frei (Tel. +41 31 632 96 29 / E-Mail: melanie.frei@no-spaminsel.ch), damit sie Ihnen einen Termin für ein erstes Gespräch geben kann.